So, leider ist das Konflager jetzt vorbei! Schade! Sehr schade! Ich habe, glaube ich, noch nie etwas soooo bedauert! Es war toll! Super! Spitze! Ich war so oft mit Anna zusammen, wie iche es nicht zu träumen gewagt hätte! Leider hatte ich keine Zeit ein Lagertagebuch zu schreiben. Ich werde versuchen, meine Erinnerungen niederzuschreiben:
Montag, 17.10.
Am Montagmorgen, bei der Hinfahrt im Zug, dachte ich, dass es genau so werde, wie ich es vermutet hatte: Die Mädchen unter sich und die Jungen unter sich. Als wir ins Postauto nach Valbella einstiegen, setzte ich mich hinter Anna. Dort habe ich die ersten Worte mit ihr gewechselt (obwohl das Gespräch extrem uninteressant und kurz war, habe ich mich wahnsinnig gefreut!). Als wir im Lagerhaus angekommen waren und uns in ihm eingerichtet hatten, spielten wir (Peter, ich und ein paar andere Knaben) zuerst ein wenig Ping-Pong, danach haben wir uns mit Nicole und Anna ziemlich lange unterhalten, es war aber relativ uninteressant.
Frau Zimmermann hat uns nach dem Nachtessen erklärt, dass es zwei Sachen gäbe, warum sie jemanden heimschicke: Betrunkenheit und Mädchen nach der Nachtruhe bei den Knaben oder umgekehrt. Unberührt von dieser Tatsache machte unser Viererschlag mit Anna und Nicole, die einen Zweierschlag direkt gegenüber von uns hatten, ab, dass sie kurz nach der Nachtruhe, also etwa um 23:20 Uhr, zu uns kämen.
Und,… sie kamen. Philippe wollte schlafen, also redeten Schneider, Peter und ich alleine mit Anna und Nicole. Es war super! Unter anderem machten Anna und ich Armdrücken. In dieser Nacht habe ich zwar fast nichts geschlafen, aber ich war glücklich!
Dienstag, 18.10.
An diesem Tag waren die jüdischen Jugendlichen bei uns. Es war sehr interessant. Mit Anna habe ich eigentlich hauptsächlich Ping-Pong gespielt. An diesem Abend gingen Peter und ich zu Anna und Nicole in den Schlag. Wir waren alle sehr müde, so dass nicht gerade sehr interessante Gespräche entstanden. Aber dafür hätte ich fast unter dem gleichen Schlafsack wie sie gepennt, aber es war so oder so noch Peter dazwischen. Leider!
Mittwoch, 19.10.
Wir waren auf der Wanderung. Zuerst gingen wir alle zum Sessellift. Oben angekommen trennten wir uns; Claudine, Larissa, Anna und Serena, Andy, Silvio, Hofer, Egli, Philippe, Peter, Fäbe und ich gingen auf die «harte» Wanderung, der Rest machte die leichte. Komischerweise ging ich fast unabsichtlich immer in Annas Nähe. Während wir wanderten, windete es so stark, wie ich es, glaube ich, noch nie erlebt habe. Nach dem Mittagessen auf einem Gipfel gingen Andy, Philippe, Silvio, Egli und Fäbe noch einmal auf einen Berg, während der Rest von uns (auch Anna!) gemütlich den Heimweg antrat. Während dem Abstieg war ich absolut deprimiert, ich weiss gar nicht mehr warum! An diesem Abend habe ich gelernt «Ligretto» zu spielen. Als wir die Gruppen auslosten, hatte ich Glück, Anna und ich waren zusammen! Doch leider hat diese blöde Zimmermann dieses Spiel unterbrochen und wir schauten «das Tagebuch der Anne Frank». Es war ein schwacher Trost, dass Anna und ich zu dieser Zeit gerade in Führung lagen und somit dieses Spiel gewannen. Am späteren Abend ist leider nichts Interessantes mehr passiert.
Donnerstag, 20.10.
An diesem Tag wurden Peter und ich um 7 Uhr von Röme (ein netter Kerl!), auf am Vorabend geäusserten Wunsch, geweckt. Wir haben uns angezogen und Peter ging Anna wecken. Jetzt gingen wir zu dritt joggen. Es war noch lässig. Später bereitete das ganze Lager den Gottesdienst vom Sonntag vor. Ich spiele einen alten Mann. Dann haben wir herausbekommen, dass Anna und Nicole das gleiche Spiel für den Schlussabend vorbereitet hatten wie unser Schlag. Aber wir einigten uns darauf, dass sie ein anderes Spiel machten. Dann kam nach weiterem Ligretto-Spielen der Schlussabend. Zuerst zeigten wir unser Spiel, es ging, glaube ich, ziemlich in die Hosen. Dann war Hofers Gruppe an der Reihe. Das Problem war, dass sie Freiwillige brauchten und als sich niemand meldete, wählte Hofer drei Leute aus: Andy, Lara… und mich! Ich musste beim Kassensturz als Zahnpasta-Vertreter hantieren. Ich habe mich wahrscheinlich gar nicht schlecht geschlagen. Danach kam Annas Spiel und dann Montagsmaler von Fäbe und Dani. Jetzt lasen die Leiter einen Tagesschaubericht vor, in dem unsere Namen versteckt waren. Zum Beispiel: « […] … schrieb einen Roman […] …, an die Kulturfreunde […]». Danach kam die Schnitzelbank. Es wurden etwa zehn Leute «abegmacht», darunter auch Anna wegen des Vegetarier-Seins, ich wegen dem wenigen In-die-Kirche-Gehen und natürlich Frau Zimmermann wegen der neuen Frisur.
Danach kam das «Mörderli-Spiel», in dem ich einmal der Mörder (ich habe neben etwa sechs anderen auch Anna umgebracht) und einmal – mit Claudine und Larissa zusammen – Richter war. Dann kam noch das «Theöterlä». Hier war ich einmal mit Nicole auf dem Standesamt (Ja, ich will) und einmal mit Philippe in der Schwulenbar (Hey, Süesä). Danach waren wir alle zu müde, um noch etwas zu machen.
Freitag, 21.10.
Der Tag der Abreise (schnüff!). Am früheren Morgen wurde fleissig gepackt und er Schlag ein wenig aufgeräumt. Danach hielten wir draussen einen Gottesdienst ab, in dem wir alles noch einmal spielten, was wir für den Gottesdienst vorbereitet hatten. Danach musste ich mit Dani den Waschraum der Knaben putzen. Es war aber noch lustig. Als wir damit fertig waren, machten wir ein Gruppenfoto und spielten anschliessend zusammen Frisbee (fast alle!). Ich war mit Anna in der Gruppe! Dann gab es Zmittag und dann spielte ich ein letztes Mal Ligretto, zusammen mit Peter, Fäbe, Egli, Rahel und Anna. Anna und Rahel haben gewonnen. Schliesslich traten wir traurig die Heimreise an. Im Zug war ich hauptsächlich mit Anna zusammen. Ein wenig (sehr!) traurig bin ich vom Bahnhof nach Hause gefahren!
So, das war das Konflager 1994 in Kurzform. Inzwischen habe ich geschlafen und jetzt ist es Samstag um acht Uhr abends. Gestern Abend bin ich etwa um halb sechs Uhr zu Domi gegangen, dort haben wir gegessen, gejasst, gepokert und lange, lange geredet. Der Verdacht, dass Anna mit Altmann geht hat sich jetzt endgültig bestätigt. Aber ob das lange hält?…
Ich muss vielleicht noch einmal genauer sagen, was dieses Lager für mich genau gebracht hat: Sehr, sehr viel Spass, ein «näheres» Kennenlernen von Claudine und eine gute Freundschaft mit Peter. Im Zusammenhang mit Anna: Ich bin mir jetzt ganz sicher, dass sie das hübscheste Wesen der Welt ist! Ich habe wieder gesehen, dass ich sie nicht nur wegen des Aussehens, sondern vor allem wegen dem Verhalten liebe! Ich konnte sie oft lächeln sehen! Ich hatte es lustig mit ihr. Leider hat es mir aber auch gezeigt, wie wenig Chancen ich, auch wenn ich fast rund um die Uhr mit ihr zusammen bein, bei ihr habe!
Heute, am Samstag, dem 22.10., war Peter von zwei bis halb fünf bei Anna und danach kam er noch eine Stunde zu mir. Er hatte es, glaube ich, noch lustig mit Anna. Altmann ist auch noch bei Anna aufgetaucht. Ob es wohl doch länger hält?