Tagebuch – jetzt vor 30 Jahren

  • 18.6.93

    18.6.93

    Heute geschah eigentlich den ganzen Tag nichts Besonderes. Jedoch am Abend, ziemlich genau um 20:30 Uhr, rief meine Mutter mich und sagte; dass eine Mara Rüegg am Apparat sei. Ich nahm verwundert aber erfreut den Anruf entgegen, zuerst sagte mir Mara, dass Anna, Ina, Claudia, Domi und Sara und sie oben (bei Domi) seien und ich solle doch auch kommen, danach entriss ihr Ina den Hörer und erzählte irgendetwas von «Dass-Domi-einen-Velounfall-gehabt-habe», schlussendlich schwafelte Domi noch irgendetwas in den Hörer. Ich stieg also auf Brunos Töffli und fuhr hinauf. Oben angekommen stellte sich heraus, dass Anna gar nicht da war. Trotzdem blieb ich und unterhielt mich mit der ganzen Gesellschaft bis ca. 21:20 Uhr.

    Wahrscheinlich sehe ich morgen Ina im Ländeli und vielleicht ist sogar Anna auch dabei. Die Chance, dass mich Anna je wieder nett findet, stehen jetzt also etwa 70 zu 30.

    TOLL

  • 27. Mai 1993

    27. Mai 1993

    Ich hatte eigentlich erwartet, dass ich jetzt lange nichts mehr von Ina oder Anna hören werde. Doch heute stand plötzlich Ina mit zwei Freundinnen vor der Tür (sie verkauften Abzeichen). Nachdem ich es endlich wieder geschafft hatte, sie zum Lachen zu bringen, hatten wir ein kurzes aber aufschlussreiches Gespräch; Ina findet mich immer noch nett, Anna jedoch nicht. Trotz der schlechten Nachricht bin ich ziemlich froh.

  • 26. Mai 1993

    26. Mai 1993

    Ich mache jetzt ungefähr zum 5. Mal den Versuch, eine Art Tagebuch zu führen. Ich hoffe, dass es diesmal klappt. Na, auf jeden Fall ist heute etwas für mich sehr wichtiges geschehen. Roman, Domi und ich waren im Ländeli, weil es endlich wieder einmal genug warm war. Da tauchte prompt Ina, die die Freundin von Domi und gleichzeitig die Cousine von Anna ist, auf. Ich stelle alle meine Hoffnungen, dass sie und Anna mich je wieder nett finden, auf den Sommer. Ich will jedoch gegen aussen nicht zeigen, dass ich eine wahnsinnige Sehnsucht nach Anna habe. Ich versuchte also, so wie immer, ganz «cool» zu sein. Doch wie immer, wenn irgendjemand aus der Familie Frei oder Rüegg in der Nähe ist, ging es nicht. Meine Sprüche waren weder cool noch lustig. Und obwohl Ina zu mir nur ein paar Worte gesagt hat, musste ich heute Abend stundenlang über sie und Anna nachdenken. Ich hoffe trotz meinem uncoolen Verhalten immer noch auf ihre Zuneigung.