Tagebuch – jetzt vor 30 Jahren

  • 21. September 94

    21. September 94

    Und noch 9 Tage bis Buffalo!

    Vor zwei Minuten habe ich noch genau gewusst, was ich schreiben wollte. Ich wollte über den Dokumentarfilm, den ich gerade gesehen habe (Erdbeben in San Francisco), erzählen, wie ich von einem wunderbaren Gefühl erfüllt wurde, dem Gefühl stolz darauf sein zu können, ein Mensch zu sein. Es gibt Helden! Aber wie schnell verschwinden solche Gefühle wieder!

    Wenn ich irgendwann in der nächsten Zeit einmal sterben sollte (was sehr unwahrscheinlich ist!), will ich nur, dass Anna erfährt, dass ich sie wirklich liebe! Dasselbe gilt natürlich für Mam und Dad (ei laf inglisch!)! Was schreibe ich hier eigentlich, ich habe eigentlich nicht vor, in der nächsten Zeit den Löffel abzugeben (schon gar nicht vor dem Konflager!)

    Noch neun!

  • 19. September 94

    19. September 94

    Und noch 11 Tage bis Buffalo

    Da ich nicht weiss, wo ich mit diesen blöden Passfotos hin soll, habe ich beschlossen, eine Ego-Wand (Seite) zu machen.

    … Jetzt habe ich gemerkt, dass das eine Scheiss-Idee war. Also dann bis zum nächsten Mal.

  • 18. September 94

    18. September 94

    Und noch 12 Tage bis Buffalo

    Heute Morgen habe ich Anna in der «Chile» gesehen. Aber leider nur kurz! Am Nachmittag habe ich ein wenig (ca. 45 Minuten!) mit Ina alleine gesprochen, am Abend haben sie und Domi und ich uns noch zu dritt eine Weile unterhalten…

  • 17. September 94

    17. September 94

    Und noch 13 Tage bis Buffalo (aber wen interessiert das?)

    Wir machen die Zick-Zack-Zeitung wieder! Der Abend ist einfach toll gelaufen! Domi und ich haben etwa drei Stunden mit Ina gesprochen. Ina ist ein geniales Mädchen, morgen sehen wir uns wieder. Aber keine Angst, ich liebe immer noch Anna! Ist das Leben nicht toll?!!

  • 16. September 94

    16. September 94

    Und noch 14 Tage bis Buffalo

    Noch zwei Wochen. Es wird schon alles gut gehen. Und das nicht nur morgen im Latsch-Ex. Das Leben ist toll! Morgen Abend werden Domi und ich zu Ina gehen. Wir wollen wieder an der Zeitung arbeiten, aber gibt es den Zick-Zack überhaupt noch? Wir werden sehen.

    Noch zwei Wochen bis zum Konf.
    Noch drei Wochen bis zu den Ferien.
    Noch viereinhalb Wochen bis zum Konflager!

  • 12. September 94 (Montag)

    12. September 94 (Montag)

    Und noch 18 Tage bis Buffalo

    Am Samstag war ich am Knabenschiessen. Wie man sieht [ein Durchschlag der «Schiesskarte» ist eingeklebt] habe ich nicht sehr toll geschossen, aber es war ja auch das erste Mal. Danach waren Martina, Cornelia, Sina, Simone, Weber, Mosi, Beat [Schulkamerad:innen in der neuen Klasse] und ich noch an der Chilbi. Wir hatten es, besonders im Zug, ziemlich lustig. Es war toll! Ich glaube, dass es jetzt nicht mehr lange gehen wird, bis ich mich ganz in die Klasse integriert haben werde. Ich glaube, dass ich mit Daniel in Konflikt kommen werde, er mag unsere Mädchen nicht besonders. Bis jetzt haben sich in den meisten Sachen die anderen nach ihm gerichtet.
    Aber ich werde gewinnen!!!!
    Ich habe meinen Reiz wieder gefunden.

    Trotzdem vermisse ich Anna, ich liebe sie, nur sie! Obwohl ich Mädchen so oder so toll finde.

    21:31:20, 21:31:21, 21:31:22, 21:31:23…
    Die Zeit vergeht, Konf. ich komme!!!!

  • 7. September 94

    7. September 94

    Und noch 23 Tage bis Buffalo

    Auch wenn es beim Lesen der Einträge so scheinen wird, die Tage vom 3. bis zum 7. September sind nicht im Geringsten schnell vergangen!

    Ich habe gemerkt, dass ich mein Tagebuch nicht so schreibe, wie andere das vielleicht tun. Ich schreibe nicht «Mein liebes Tagebuch», das wäre ja auch idiotisch! Ich schreibe eine Art «Logbuch».

    Die Tage vergehen, aber der 30. Sept. will und will nicht näher kommen!

  • 3. September 94

    3. September 94

    Und noch 27 Tage bis Buffalo

    Heute Nachmittag gingen Michi, Bruno und ich Herr Bucher fragen, ob wir in die Turnhalle dürfen, und – unglaublich – wir durften. Also waren zweieinhalb Stunden purer Fun angesagt (It’s dunking time, ou yes!!!)

    Am Abend waren Peter + ich zuerst an der Erlenbacher-Chilbi und haben uns anschliessend noch lange unterhalten.

    Zwischenkapitel

    Wer ist wer? (2. Fassung)

    Obwohl ich jetzt nicht mehr mit Domi in die Schule gehe, ist er trotzdem immer noch ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Er ist immerhin seit 10 Jahren mein bester Freund! Er ist teilweise ein wenig egoistisch, sonst aber ein toller Kerl. In Sachen Liebe kann er sich, glaube ich, momentan nicht so recht entscheiden.

    Peter ist mit mir in die Primarschule gegangen. Wir haben uns aber erst Ende der sechsten Klasse richtig angefreundet. Für diese Freundschaft war eigentlich damals vor allem das gemeinsame Interesse «Anna» verantwortlich. Wir hatten uns ein wenig aus den Augen verloren und sind erst durch den Konf wieder miteinander in Kontakt gekommen. Inzwischen hält er (im Gegensatz zu mir!) nicht mehr allzu viel von Anna. Mal sehen, ob sich das im Konf-Lager wieder ändert.

    Ein tolles Mädchen!! Ina hat Aussehen, Ausstrahlung und Charakter! Man (ich) kann sich toll mit ihr unterhalten. Sie hält sich und Anna für etwas «Gewöhnliches». Aber das sind sie sicher nicht! Sie beide sind genial. Sie will ins Gymi, vielleicht kommen wir nächstes Jahr ja sogar zusammen in die Klasse.

  • 1. September 1994

    1. September 1994

    Und noch 29 Tage bis Buffalo

    Heute habe ich mich ein wenig mit Simone, dem Mädchen, das in der Schule neben mir sitzt, angefreundet. Obwohl «angefreundet» eigentlich übertrieben ist, wir haben eigentlich nur die Latschübungen zusammen gemacht, aber ich finde sie nett. Nicht mehr und nicht weniger.

    Ich freue mich wahnsinnig aufs Konflager.

  • 31. August 1994

    31. August 1994

    Und noch 30 Tage bis Buffalo

    Eigentlich geht es mir recht gut. Aber irgendetwas fehlt! Ich weiss nicht, was es ist. Es fehlt etwas, das das Aufstehen sinnvoll macht, ein Reiz.

    Obwohl ich eigentlich mit allen gut auskomme, läuft es nicht so, wie ich erwartet hätte, es läuft schlechter.

    Ich wollte ja eigentlich Sarina einen Brief schreiben, aber inzwischen sehe ich keinen Grund mehr dies zu tun. Obwohl ich gerne mit jemandem über meine Probleme reden würde, glaube ich nicht, dass es gut wäre, ihr zu schreiben. Sie wäre nicht die Richtige.

    Aber auch mit Domi darüber zu sprechen wäre sinnlos. Er versteht mich nicht. Ich glaube, Ina wäre die einzig richtige Person. Warum rufe ich sie eigentlich nicht an?…

    Ich habe keinen Vorwand, das ist der Grund.

    Es geht noch sooooooooooooo lange bis zum nächsten Konf.