1. Juni 1996

Scheisse, schon wieder lässt mich dieser verdammte, völlig idiotische Gedanke nicht in Ruhe. Das Problem ist einfach, dass es so verdammt schön wäre. Ich weiss, dass es unmöglich ist, ich werde sie nie im Arm halten können, aber der Gedanke daran bringt mich beinahe um. Ich weiss nicht, was ich tun soll! Wiedermal. Ich möchte es ihr so gerne sagen, aber was würde das alles zerstören? Soviel wie bei Martina? Aber ich werde es ihr in Frankreich sagen, aber erst, wenn ich mir ganz sicher bin, wenn sich nichts ergibt. Aber was bringt es dann noch, ich werde es ihr am besten gar nicht gestehen. Das einzige, was ich jetzt noch tun kann, ist beten, dass das Unmögliche möglich wird, dass sie sich in mich verliebt! Denn eines weiss ich mit Sicherheit, im Moment ist sie nicht in mich verliebt.

Ich weiss nicht wieso, aber ich fühle mich scheisse, so ohne Power. Nicht mal zum Basketball habe ich Lust! Nicht auf meine Kollegen und auch nicht auf Musik von den Fantastischen. Alle Weisheiten und Philosophien nützen nichts. Der Mensch kann tun, was er will, aber nicht wollen, was er will! Und ich will Ronja, niemanden und nichts sonst!

Diese Sonne [Abbildung einer Sonne auf einem Kartonschnipsel] hat sie mir übrigens geschenkt, damit ich «trotz dem nicht ganz so guten Wetter baden gehen könne».